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Tischtennis:
(Deutscher Tischtennis-Bund e.V.)

Boll über WM-Finale gegen China: „Morgen muss der Tag sein, an dem wir sie uns schnappen“

 
Deutschlands Tischtennis-Herren sind mit einem 3:1-Sieg über Gastgeber Japan ins Finale der 52. Team-Weltmeisterschaften in Tokio eingezogen. Dort steht das Team von Bundestrainer Jörg Roßkopf am Montag ab 9.30 Uhr deutscher Zeit Seriensieger China gegenüber. Sie erhalten die verschriftlichte Fassung des ARD-Sportschau-Interviews mit Timo Boll, aus dem am Abend Auszüge gesendet werden, zur freien Verwendung.

Herren-Mannschaft, Halbfinale Deutschland - Japan 3:1 Timo Boll - Koki Niwa 3:1 (-16,5,4,12) Dimitrij Ovtcharov - Jun Mizutani 2:3 (-8,16,6,-6,-8) Patrick Franziska - Kenta Matsudaira 3:2 (10,-7,-6,5,5) Boll - Mizutani 3:0 (6,5,6)

Frage: Im Halbfinale gab es einen 3:1-Sieg gegen WM-Gastgeber Japan vor ausverkauftem Haus und einer tollen Kulisse. Wie war die Partie aus Ihrer Sicht? Timo Boll: Mit diesem Ende macht’s natürlich umso mehr Spaß. Aber zwischenzeitlich hat’s ganz schön gebrannt. Nach Dimas Spiel, das er leider hauchdünn verloren hat, haben wir schon ein bisschen die Köpfe sinken lassen und waren uns nicht ganz sicher, wie sich Patrick im wichtigen dritten Spiel schlägt. Er hat es super gemacht und, würde ich sagen, heute den entscheidenden Punkt geholt. Er hat mir den roten Teppich ausgerollt.

3:1 gegen Koki Niwa haben Sie das enorm wichtige Auftaktmatch bestritten. Er hat begonnen wie die FeuerwehrÖ Boll: In der Bundesliga war es schon verdammt eng zwischen uns. Er hat an seine Leistung angeknüpft, war jetzt sogar noch fokussierter. Das sieht bei ihm zwar gar nicht so aus, weil er den Ball immer sehr schnell einwirft. Aber er ist sehr clever im Spiel. Er ist noch jung, aber schon ein richtiger Taktik-Fuchs. Ich bin heilfroh, dass ich den vierten knappen Satz gewinnen konnte.

Wie würden Sie im vierten Spiel heute Ihren Sieg gegen Jun Mizutani einordnen? Boll: Vor allem war meine Taktik sehr gut, die Platzierung, die Rotation, ich habe auch mal einen weichen Ball gespielt. Das ist gegen ihn wichtig. Dima hat’s mit Härte versucht. Da war er enorm stark und hat super gegengehalten. Ich habe es filigraner probiert, versucht, ihn viel mit guten Platzierungen zu beschäftigen. Das hat unglaublich gut funktioniert. Ich hatte irgendwann das Gefühl, dass ich vor ihm schon wusste, welchen Aufschlag er machen würde. In so einen Flow muss man reinkommen, um so eine Leistung abrufen zu können.

Von außen betrachtet haben Sie ein überragendes Halbfinale gespielt. Wie schätzen Sie selbst Ihre Form ein? Und was bedeutet dies für das Finale gegen China? Boll: Das Gefühl ist wirklich sehr, sehr gut. Morgen wird’s gegen die Chinesen noch mal um einiges schwerer. Sie üben noch mehr Druck aus. Das Wichtigste ist, dass wir daran glauben, dass wir gewinnen können. Wir hatten unsere Chancen in der Vergangenheit und haben sie liegen lassen. Morgen muss der Tag sein, an dem wir sie uns schnappen. Wie heute müssen wir viel variieren, sie beschäftigen und unter Druck setzen, damit sie selbst unsicher werden. Wenn jeder morgen das beste Spiel seines Lebens macht, dann gewinnen wir.

Ihr Tipp: Wie geht das Spiel aus? Boll: Hauptsache, wir haben am Ende drei Punkte.

Team-WM in Tokio: Die Entscheidung

Halbfinale Herren-Mannschaft Deutschland - Japan 3:1 China - Taiwan 3:0
Halbfinale Damen-Mannschaft China - Singapur 3:0 Hongkong - Japan, 12.30 Uhr
Montag, 5. Mai Finale Herren-Mannschaft, 9.30 Uhr China - Deutschland
Finale Damen-Mannschaft, 12.30 Uhr China - Japan/Hongkong
Siegerehrung und Schlussfeier


Original-Pressemitteilung
Artikel vom 06.05.2014, 11:52 Uhr

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