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Eine Nachricht aus dem Portal Freestyle Frankfurt
 
Hongkong und Zeitspiel stoppen DTTB-Damen im Viertelfinale

Tokio. Aus im Viertelfinale: Ein unverhofftes Zeitspiel brachte Team Deutschland nach ordentlichem Beginn aus dem Rhythmus gegen Hongkong. Irene Ivancan riss der Faden im zweiten Spiel gegen Jiang Huajun. Das brachte die Vorentscheidung bei der Team-WM in Tokio.

Dabei hatte Deutschlands moderne Abwehrspielerin die Partie bis dahin ähnlich gut im Griff wie im Gruppenspiel gegen die Asiatinnen am Mittwoch. Ivancan brauchte gegen die World-Cup-Finalistin von 2010 einen Satz, um ins Match zu finden, dann lief es rund. Mit variablem Unterschnitt, geduldig gespielt und gut dosiert eingesetzten Angriffsbällen zum rechten Zeitpunkt holte sie sich die Durchgänge zwei und drei. Nach ausgeglichenem Verlauf des vierten Satzes dann die abrupte Wende. Nach dem Punkt zum 8:9 aus deutscher Sicht rief das japanische Schiedsrichterinnen-Duo das Einsetzen des Zeitspiels aus, das nach einer Netto-Spielzeit von zehn Minuten greift, wenn der 18. Punkt noch nicht erreicht ist. „Das hat mich kalt erwischt. Bei einem Spiel Abwehr gegen Angriff passiert das normalerweise nicht. Es ist mir nicht so vorgekommen, als seien die zehn Minuten schon rum“, erklärte die Berliner Champions-League-Siegerin. Zu diesem Zeitpunkt wurde anders als üblich bei Weltmeisterschaften noch nicht direkt ein dritter Schiedsrichter in die Box geholt, der die Zahl der gespielten Rückschläge zählt. Dies geschah erst beim Stand von 8:10. Unstimmigkeiten gab es auch darüber, wer die Aufschlägerin bei 8:9 hätte sein sollen.

Schimmelpfennig: "Unübersichtliche Situation"

Nach kurzer Diskussion mit Schiedsrichterinnen und Oberschiedsrichter war es vorbei mit dem Spielfluss der ehemaligen EM-Zweiten, Ivancan. „Diese unübersichtliche Situation hat Irene bis weit in den fünften Satz hinein beschäftigt“, sagte Dirk Schimmelpfennig, der DTTB-Sportdirektor. Die erfahrene Jiang gewann Satz vier und erspielte sich im Fünften hohe Führungen, angefangen von einem 5:0 für die sechsfache WM-Bronzemedaillengewinnerin. Bei 5:10 und nach Schlägerwurf auf den Hallenboden probierte es Ivancan mit dem Mut der Verzweifelten, glich auf 10:10 aus – und verlor unglücklich mit 10:12. „Ich wollte zumindest kämpfend untergehen. Das war alles, woran ich in diesem Moment gedacht habe“, erklärte Deutschlands Führungsspielerin in diesem Viertelfinale die Aufholjagd, die Sportdirektor Schimmelpfennig später „eine unglaubliche Energieleistung“ nannte. „Hätte ich nicht gekämpft, wäre Sabine mit einem ganz anderen Gefühl in das dritte Match gegangen. Man gibt den Kampfgeist innerhalb einer Mannschaft ja auch weiter.“

Sabine Winter, die am Vortag gegen Weißrussland noch über Europas Nummer zwei, Viktoria Pavlovich, hatte triumphieren können, kämpfte zwar um jeden Punkt, blieb zum Abschluss gegen die souverän agierende Ng Wing Nam aber relativ chancenlos. Die taktisch hervorragend eingestellte Ng spielte genau Winters Schwächen an, legte die Rückschläge gut kurz, zwang sie ins passive Spiel und konnte, wenn die Doppel-Europameisterin selbst am Zug war, die Bälle sicher, aggressiv und wohlplatziert blocken. „Sie hat mich gut ausgespielt und war heute deutlich stärker als ich“, kommentierte Winter. „Ich habe einfach nicht zu meinem Spiel gefunden.“

Schöpp: "Was weh tut, ist, dass Irene Jiang Huajun bis dahin relativ gut im Griff hatte“

Im Auftaktmatch war das erhoffte, aber nicht erwartete Break ausgeblieben. Wie im Gruppenspiel unterlag Petrissa Solja Hongkongs Nummer eins, Lee Ho Ching. Diesmal schaffte es Deutschlands Jüngste nach gewonnenem ersten Durchgang nicht, die Weltranglisten-14. mit viel Effet und überraschenden Platzierungen ausreichend zu beschäftigen. So konnte Lee ihre Tempo-Qualitäten voll ausspielen. Nach hohen Rückständen kämpfte sich die 20-jährige Nummer 40 der Welt gegen die 26 Plätze vor ihr rangierende Lee zwar heran, von 4:10 im dritten Satz auf 9:10 sowie von 5:9 im vierten, den Schlusspunkt setzte aber jedesmal die Favoritin. „Ich war heute einen Tick schlechter als in der Vorrunde gegen sie und habe diesmal zu viele Bälle mit der Vorhand liegen lassen. Sie hat meinen Aufschlag auch besser bekommen, so dass ich Probleme bei der Eröffnung hatte“, so Solja.

Jie Schöpp trauerte nicht lange der verpassten Chance hinterher, denn immerhin hatte ihre junge Mannschaft das Viertelfinale unter anderem nach einem grandiosen 3:0 in der Runde zuvor über Weißrussland erreicht und damit die Setzung als Nummer sechs der Welt bestätigt. Die Bundestrainerin konnte die Umstände des verlorenen zweiten Spiels aber treffend erklären: „Irene war super, bis das Zeitspiel kam. Das Zeitspiel an sich war nicht Irenes eigentliches Problem. Das Problem war vielmehr, dass sie nicht akzeptieren konnte, dass das Zeitspiel eingeführt wurde, weil sie sich sicher war, dass es noch nicht an der Zeit war. Was weh tut, ist, dass Irene Jiang Huajun bis dahin relativ gut im Griff hatte.“

Ab 12 Uhr Frauen-Power zur Unterstützung der DTTB-Herren gegen Singapur

Genau dies wurmte Irene Ivancan auch im Nachhinein: „Ich ärgere mich, dass ich so unflexibel war. Man hat gemerkt, dass ich nicht wusste, wie ich da rangehen sollte, und ich hatte kein ganzes Spiel mehr, sondern nur einen Satz Zeit, mich auf die Situation einzustellen“, bekannte sie. „Jiang wusste vorher nicht, wie sie gegen mich spielen sollte. Ab diesem Zeitpunkt konnte sie sich mehr Zeit lassen, und ich war unter Druck.“ Der „Stachel der Enttäuschung“ sitze tief. „Es ist ein Gefühl der Resignation. Ich habe mein Einzel nicht gewonnen, das meine Mannschaft in eine gute Position gebracht hätte. Ich habe meine Rolle nicht erfüllt und bin traurig darüber, nicht die fast sichere Bank gewesen zu sein.“

Die Team-Medaille, die sich Deutschlands Spielerinnen nach ihren tadellosen Auftritten in Tokio mit spielerisch und kämpferisch geschlossenen Mannschaftsleistungen zurecht erträumt hatten, blieb gegen Hongkong aus. Coach Schöpp konnte trotzdem eine positive Bilanz ziehen. „Man muss anerkennen, dass Hongkong insgesamt mehr technische Möglichkeiten hatte als wir. Ich freue mich aber sehr über die Entwicklung meiner Spielerinnen hier, besonders über die der beiden Jüngsten.“

Um 12 Uhr wird ihre Mannschaft wieder in der Yoyogi Arena sein. Dann feuern Irene Ivancan, Petrissa Solja, Sabine Winter und Kristin Silbereisen, die gegen Hongkong auf der Bank saß, die deutschen Herren im Viertelfinale gegen Singapur an. Die erkrankte Wu Jiaduo muss weiterhin im Mannschafts-Hotel das Bett hüten.

Rumänien unterliegt Singapur im zweiten Viertelfinale

Das zweite Viertelfinale am Samstag gewann Singpur gegen Rumänien mit 3:1. Später stehen sich Chinas Damen und Nordkorea gegenüber sowie Gastgeber Japan und die Niederlande.
Damen-Mannschaft, Viertelfinale Deutschland - Hongkong 0:3 Petrissa Solja - Lee Ho Ching 1:3 (9,-3,-9,-8) Irene Ivancan - Jiang Huajun 2:3 (-6,9,4,-8,-10) Sabine Winter - Ng Wing Nam 0:3 (-5,-5,-7)

Singapur - Rumänien 3:1 China - Nordkorea, 9 Uhr Japan - Niederlande, 12 Uhr

Herren-Mannschaft, Viertelfinale Deutschland - Singapur, 12 Uhr Südkorea - Taiwan, 6 Uhr China - Österreich 3:0 Japan - Portugal 3:0

Sonntag, 4. Mai Halbfinale Herren (3 und 9.30 Uhr, Zuordnung der Uhrzeiten zu den Matches steht noch nicht fest) China - Sieger Südkorea/Taiwan Japan - Sieger Deutschland/Singapur

Halbfinale Damen (6 und 12.30 Uhr) Singapur - Sieger China/Nordkorea Hongkong - Sieger Japan/Niederlande

Montag, 5. Mai 9.30 Uhr: Finale Herren-Mannschaft 12.30 Uhr: Finale Damen-Mannschaft


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Original-Pressemitteilung
Artikel vom 06.05.2014, 11:43 Uhr
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