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(TSV Mannheim von 1846 - Fechten) |
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Eine Nachricht aus dem Portal Freestyle Mannheim |
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Seine zweite Liebe war und bleibt der Fechtsport
r könnte genüsslich und mit täglicher Freude seinen Ruhestand genießen, sich, wann immer es dazu gelüstet, mit Ehefrau Rosemie in das geliebte Wohnmobil begeben und ohne jeden zeitlichen Druck die heutige Welt erkunden, schöne Stunden irgendwo im Lande in herrlicher Umgebung verbringen. Oder leidenschaftlich mit den Skiern beim Langlauf unterwegs sein. Aber diese dauerhafte Art der erholsamen Freizeitgestaltung entspricht nicht ganz seinem Naturell, er widmet vielmehr beträchtliche Anteile seiner Tage jenem Sport, dem er seit Jahrzehnten verbunden und in dem er als Degentrainer mit herausragenden Triumphen erfolgreich gewesen ist: Dem Fechten gehört die zweite Liebe dieses Berndt Peltzers, der am heutigen Montag seinen 75. Geburtstag feiert und auf Grund seiner vielfältigen Engagements und Verdienste damit rechnen muss, dass es deshalb verständlicherweise kein ruhiger Tag werden wird.
Mit großer äußerlicher Ruhe und bewundernswerter innerlicher Einsatzbereitschaft führt er nun schon seit Jahren als ehrenamtlicher Präsident den Nordbadischen Fechterbund (NFB), hat darin die gesamte Administration modern strukturiert, ein neuzeitliches Management aufgebaut und die Kontakte zu den Mitgliedsvereinen erheblich intensiviert. In der NFB-Geschäftsstelle im Olympiastützpunkt Tauberbischofsheim laufen die Fäden zusammen, von dort aus wird das nordbadische Fecht-Orchester dirigiert. Bei aller Freude an dieser reichhaltigen Arbeit ist ihm das Eheleben nicht einerlei, und so ist Frau Rosemie auch fast immer dabei. Berndt Peltzer ist als NFB-Präsident viel unterwegs, die Fechterinnen und Fechter in diesem erfolgreichsten deutschen Landesverband wissen, dass er kommt, wenn er gerufen oder gebeten wird. Er taucht bei einem Nachwuchsturnier in Werbach ebenso auf wie bei einem großen Aktiven-Wettkampf in Mannheim. Wo immer er kann, wirbt er für den Fechtsport, und das vor allem bei jungen Menschen, gleichermaßen aber auch beharrlich bei allen übrigen Altersgruppen, die zum Beispiel bei der „Breitensportaktion Fechten“ in Wertheim mit Unterstützung des NFB angesprochen werden sollen.
Dieser erfahrene Mann aus Nordrhein-Westfalen fand 1971 als 40-Jähriger den Weg an die Tauber. Zuvor hatte er sich mit gutem Erfolg als Feldhandballer versucht, spielte in der Bayern-Oberliga, entdeckte aber schon 1949 seine unwiderstehliche Neigung zum Fechten. Als Aktiver kämpfte er sich mit dem Säbel in viele Finals bei internationalen Wettkämpfen und wurde mehrfach in der deutschen Nationalmannschaft eingesetzt. Anschließend schlug er die Trainerlaufbahn ein, kam schließlich als Diplom-Fechtmeister nach Tauberbischofsheim.
Im dortigen Fechtzentrum erlebte und gestaltete er jene wichtige Zeitepoche mit, die der Einrichtung das wertvolle Prädikat „Medaillenschmiede“ einbrachte. Berndt Peltzer war eine zentrale Figur im gesamten Trainingsgeschehen und in der Wettkampfbetreuung. Schwerpunktmäßig kümmerte er sich um den D-Kader, von dem er nach den Berichten der Experten im heutigen Olympiastützpunkt seine Schützlinge „scharenweise“ in die C- und B-Kader des Deutschen Fechter-Bundes (DFB) „aufsteigen“ ließ.
Sein beruflicher Werdegang liest sich recht nüchtern, dahinter stecken aber Ereignisse, die die damalige Fechtszene veränderten und Tauberbischofsheim weltweit ins Rampenlicht dieser Sportart rückten: Von 1973 bis 1986 war Berndt Peltzer hauptamtlicher Landestrainer des Nordbadischen Fechterbundes, sein Dienstort hieß Bundes- und Landesleistungszentrum Tauberbischofsheim. Dann wurde er mit dem 1. Januar 1987 zum Degen-Bundestrainer berufen, mit ihm verbinden sich danach edelmetallträchtige Zeiten, denn in seiner Ära verzeichnet die Chronik in dieser Disziplin im Einzel eine Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Seoul, zwei Gold-, eine Silber- und eine Bronzemedaille bei Weltmeisterschaften, „seine Mannschaften“ erkämpften eine Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Barcelona, einmal Silber bei den Olympischen Spielen in Seoul, zwei Silber- und eine Bronzemedaille bei Weltmeisterschaften und drei Mal Gold beim Europa-Cup der Landesmeister im Degen.
Richard Möll hat in seinem Buch „Die Fecht-Legende von Tauberbischofsheim“ alle wichtigen Stationen des Fecht-Clubs festhalten und ausführlich beschrieben. Auch darin hat Berndt Peltzer den ihm gebührenden Platz. Unter anderem ist auf der Seite 46 ein Bild zu sehen, das einen wahrlich jubelnden Alexander Pusch (der übrigens heute, am gleichen Tag, seinen 51. Geburtstag feiert) zeigt, wobei im Text angemerkt wird: „Er ist 1978 in Hamburg zum dritten Mal Weltmeister im Degen-Einzel. Mit Pusch freut sich Trainer Berndt Peltzer.“ Im Bild dargestellt wird auch – auf der Seite 56 – die damals beste Degenmannschaft der Welt, die zum siebten Mal als Gewinner des „Coupe d’Europe“ in Heidenheim gefeiert wurde. Natürlich mit Bundestrainer Berndt Peltzer.
Seinen 75. Geburtstag wird er nicht nutzen können, um in aller Ruhe in Fotoalben und alten Dokumenten zu blättern, sein erfolgreiches Lebenswerk Revue passieren zu lassen. Dazu ist der Andrang heute zu groß. Freunde, Weggefährte und viele von denen, die ihm viel zu verdanken haben, werden aber zur Stelle sein, um ihm für seinen unermüdlichen Einsatz zu danken und Glückwünsche zu diesem Ehrentag zu übermitteln. Denen schließen wir uns gern an!
Text und Foto:Wilfried Jankowski
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Autor: lobl
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Artikel
vom 14.05.2006, 17:22 Uhr
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